Herr Klingler, ein Vergütungsexperte, äussert sich auf der Plattform Medinside kritisch zu Ärztelöhnen, die an die Leistung gekoppelt sind. Er vermeidet zwar den Frontalangriff auf das Belegärztesystem, will jedoch auch Belegärzte in die Schranken weisen: „Bei den Belegärzten muss der Leistungsumfang, Anzahl Eingriffe oder Behandlungen relativ verglichen werden. Wahrscheinlich gibt es eine vernünftige Anzahl von Eingriffen die pauschal, bei entsprechender Leistung vergütet werden kann. Mehr ist in diesem Fall nicht mehr, weil die Qualität der Arbeit bei Überbelastung abnimmt.“ Herr Klingler hat grundsätzlich Recht, wenn er die Überbelastung anspricht. Was er allerdings nicht erwähnt ist, dass sich der Belegarzt nicht hinter einem Spitalbetrieb verstecken kann, sondern mit seinem Namen und seinem eigenen Ruf einsteht. Ein Belegarzt kann es sich deshalb gar nicht erlauben, qualitativ schlechte Arbeit zu leisten. Wird ein Patient von einem Arzt überwiesen, so gilt dies noch mehr. Wenn der Belegarzt zu einem Lohnempfänger degradiert wird, verliert er den Anreiz, seine Abläufe so effizient wie möglich zu gestalten. Der Leidtragende wird der Patient sein.
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